Gewässerbewirtschaftung

Der Fischereiverein Thur bewirtschaftet neben der Thur auch noch diverse Nebengewässer

Fischereiliche Bewirtschaftung

Fischereiliche Bewirtschaftung unserer Thur

Bild Biberspuren 2

Jährlich werden unzählige Arbeitsstunden in die fischereiliche Bewirtschaftung der Thur investiert. Wir möchten Ihnen einen kleinen Einblick in diese Arbeit geben und Ihr Interesse für diese spannende Tätigkeit wecken.

Bild Bachabfischen 3

Wieso wird bewirtschaftet?

Leider nimmt der Fischbestand in den Schweizer Gewässern stetig ab. Dafür gibt es zahlreiche Ursachen: Lebensraumbeeinträchtigungen und Verbauungen, Gewässerverschmutzungen, Hormone im Wasser, Rückgang der Naturverlaichung, Industrialisierung, Befischungsdruck, Sunk und Schwall, Freizeitnutzung und nicht zuletzt die Erderwärmung. Das sind nur einige der Gründe, warum auch wir an unserer Thur einen Fischrückgang feststellen.

Um diesem Rückgang entgegenzuwirken, bewirtschaften wir die Thur. Der Fokus der Bewirtschaftung richtet sich auf die einheimischen Bachforellen und Äschen. Das Ziel der Bewirtschaftung durch einheimischen Besatz ist es, die Eigenfortpflanzung zu unterstützen.

Bild Biberspuren 3

Aufzuchtbäche

Der Fischerverein Thur verfügt über sieben Aufzucht- und Seitenbäche, die alle in die Thur fliessen. Die Forellenbrütlinge, die in der kantonalen Fischbrutanlage Rorschach ausgebrütet werden, werden nach dem Schlüpfen nicht in die Thur, sondern in einem Seitenbach, dem so genannten Aufzuchtbach, eingesetzt. Die Brütlinge wachsen dort in einer natürlichen Umgebung zu starken Jungfischen heran. Bachforellen ernähren sich hauptsächlich von Wasserinsekten und teils von Landinsekten, welche die Bäche anschwemmen. Die Aufzuchtbäche werden im Frühling mit Bachforellenbrütlingen bestückt. Jeweils im darauf folgenden Herbst und im nächsten Frühling werden die Aufzuchtbäche elektrisch abgefischt. Nach der Entnahme aus dem Bach werden die Fische sofort in einen Transportbehälter zwischengehältert, der mit Sauerstoff angereichertes Bachwasser enthält. Je nach Besatzstrategie des Bewirtschafters werden die Fische an unterschiedlichen Stellen in die Thur eingesetzt.

Die Elektrofischerei ist eine nicht ungefährliche und bewilligungspflichte Fangmethode für Bestands- und Kontrollabfischungen und darf nur von gut geschulten Personen und unter strengen Sicherheitsrichtlinien angewendet werden. Dabei werden die Fische im Wasser einem elektrischen Feld ausgesetzt, wodurch sie angezogen, für kurze Zeit betäubt und vorsichtig gefangen werden können.

Umweltschutz

Unsere Aufzuchtbäche und die Thur werden nicht nur zum Abfischen genutzt. Es ist uns ein Anliegen, dass die von uns gepachteten Gewässer auch gesäubert werden. Unsere Bewirtschaftungshelfer und Bachverantwortlichen kontrollieren, säubern und pflegen unsere Bäche. Leider entdecken wir immer wieder herbe Bachvergiftungen, weil gedankenlose Mitmenschen unsere Gewässer als "Chemieentsorgungsstelle" benutzen. Einmal jährlich führen wir vom Fischerverein Thur auch eine „Thurputzetä“ durch. Dabei sammeln die Mitglieder an einem Tag durchschnittlich zwei bis drei Tonnen Abfall aus der Thur.

Wertschätzung für die Kreatur „Fisch“

Die Bewirtschaftung alleine wird den Fischrückgang nicht stoppen können. Wir Fischer sind ebenfalls verantwortlich dafür, dass wir auch in Zukunft unsere Flüsse mit einem guten Fischbestand erhalten. Unser Verein bezieht Jugendliche in die freiwillige Bewirtschaftungsarbeit mit ein. Es ist uns wichtig, dass auch unsere Jungfischer die Kreatur Fisch und den ganzen Lebensraum Wasser wertschätzen lernen und sehen, welche Arbeit dahinter steckt. Wir staunen, mit welcher veränderten Einstellung die Jugendlichen nach einem anstrengenden Bewirtschaftungstag an die Thur fischen gehen. Sie gehen nicht mehr „einfach an die Thur“ und es ist für sie nicht mehr selbstverständlich, einen schönen Fisch an der Angel zu haben. Denn jetzt wissen sie: Es steckt viel mehr hinter dem Fischen, als die meisten Leute sich vorstellen!

Bild Äschen 1

Aufzuchtbäche

Uze

Die Uze ist ein Bach, der mitten durch Uzwil fliesst. Seit Jahren ist er ein wichtiges Aufzuchtgewässer des Fischereivereins Thur. Früher stark belastet durch Färberei, Gerberei und andere Industrie, können wir uns heute über eine bessere Wasserqualität freuen. Mit dem Hochwasserschutzstollen Uze-Glatt wurde das grösste Hochwasserschutzprojekt 2008 realisiert. Bis zu 20'000 Liter Wasser in der Sekunde können so in die Glatt geleitet werden. Der Fischereiverein unterteilt die Uze für die Gewässerbewirtschaftung. So erstreckt sich die Uze oben vom Einlauf Lauftenbach bis Bahnviadukt (Uzwil-Oberuzwil). Die Uze unten fliesst von dort unter der Bühler AG hindurch, mitten durch das Wohngebiet in Niederuzwil und mündet nach insgesamt 4.4 km in die Thur. Die Uze wird jährlich mit ca. 30'000 Bachforellenbrütlingen besetzt.

Bild Biberspuren an der Uze

Bild: Auch dem Biber gefällt es mittlerweile an der Uze

Husenbach

Bild Bachabfischen 1

Der ca. 3 km lange Husenbach hat seinen Ursprung unterhalb von Kirchberg, schlängelt sich dann durch Bazenheid, wo er mit einem Wassefall in die Thur mündet. Der grösstenteils durch Wald und Wiesen verlaufende Bach bietet durch sein hohes Insekten- und Kleintieraufkommen ideale Futterbedingungen für die eingesetzten Forellen. So werden jährlich 3000-4000 junge Bachforellen aus dem Gewässer abgefischt und dem Hauptgewässer übergeben.

Zuzwiler Dorfbach

Des Öfteren war dieser schöne Dorfbach von starken Unwettern betroffen, wie zuletzt im Sommer 2015. Starke Regenfälle hatten verheerende Folgen. Ein Hochwasserschutzprojekt ist bei Gemeinde und Kanton in Planung. Trotz der Höchststände, die solch kleine Bäche erreichen können, ist es immer wieder erstaunlich, dass die jungen Besatzfische diese Ereignisse meist gut überstehen. Auch vor Gewässerverschmutzungen blieb der Dorfbach seit mehreren Jahren verschont, was zu konstant guten Ergebnissen bei der Frühlings- und Herbstabfischung führt.

Bild Bachabfischen 2

Chrebsbach Wil

Dieser Bach wird zurzeit nicht mit Bachforellenbrütlingen besetzt. Im Herbst 2015 wurde bei der Bachabfischung festgestellt, dass dieses Gewässersystem von der PKD (Proliferative Nierenkrankheit) betroffen ist. Diese Krankheit ist in den Gewässern des Mittellandes weit verbreitet. Übertragen wird sie durch einen Parasiten. Sie verursacht eine heftige Entzündung der Organe (v.a. Niere). Diese Krankheit tritt vor allem im Spätsommer bei Wassertemperaturen über 15 Grad auf. In Zusammenarbeit mit dem ANJF SG wird der Chrebsbach überwacht. Erfahrungen haben gezeigt, dass Abfischungen einmal jährlich im Frühling bei Temperaturen unter 12 Grad erfolgreich durchgeführt werden können. Auf diesen Erkenntnissen wird der zukünftige Fischbesatz aufgebaut.

Dorfbach Schwarzenbach/Landbach/Bichwilerbach

Diese kleineren Bäche gehören auch in unser Aufzuchtsystem und bieten dank ihrer Naturbelassenheit ein hervorragendes Habitat für Jungfische. Diverse Renaturierungen im Schwarzenbach haben gezeigt, dass solche Massnahmen überaus wichtig für die Tier- und Pflanzenwelt sind.

Bild Fischbesatz

Bild Fischbesatz 1

Hälteranlage Mühlau, Bazenheid- Ein wahres Erfolgsprojekt!

Der Fischereiverein Thur kann heute eine grosse Anzahl autochthonen Bachforellen- und Äschennachwuchses für das gesamte Einzugsgebiet der Thur im Kanton St. Gallen reproduzieren. Unser Vereinsziel haben wir damit erreicht. Das war gar nicht so leicht, wie ein Blick in die Geschichtsbücher verrät.

Wenn man sich die Historie des Vereins anschaut, stösst man mehrere Male auf Passagen über den Aufbau und Betrieb von Brütlings- und Hälteranlagen. Bereits 1894 eröffnete der Fischereiverein Thur die erste Brutanstalt in Lichtensteig SG. Es folgten Versuche an mehreren Standorten in der Umgebung unserer Thur die Fischhälterei und Brutaufzucht zu perfektionieren, sei dies in Bütschwil, Bazenheid, Schwarzenbach oder in Züberwangen. Auch bei erfolgversprechenden Standorten wurden wir aber des Öfteren daran gehindert, den Betrieb aufgrund verschiedener externer Faktoren aufrecht zu erhalten.

Dass dem Fischereiverein Thur die Arterhaltung unserer einheimischen Fische wichtig ist und dies nicht nur im eigenen Flussabschnitt, sondern im gesamten Einzugsgebiet der Thur (Thur, Necker Sitter und Glatt), zeigt die Investition von über 100`000 CHF des Vereinskapitals für die Erstellung der Hälteranlage Mühlau. Zu erwähnen ist aber auch die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit dem Amt für Natur Jagd und Fischerei des Kantons St. Gallen, mit dem wir in einer Leistungsvereinbarung stehen und das uns beim Bau dieses Werkes grosszügig unterstützt hat. Ein wichtiger Partner ist auch der lokale Wasserkraftbetreiber, die Firma RWT mit Sitz in Kirchberg, die uns den optimalen Standort an der Thur durch die Übernahme des alten Oberwasserkanals, des früheren Wasserkraftwerkes und das Zutrittsrecht auf das Firmenareal ermöglicht.

2011, nach einer Bau- und Testphase, starteten wir die Erfolgsgeschichte mit Einsatz der ersten Thurbachforellen. Mit 40 Elterntieren begannen wir einen zertifizierten Fischhälterungsbetrieb mit Wildtierhaltebewilligung und dafür speziell ausgebildeten Vereinsmitgliedern aufzubauen. Die Bedingungen unsere Fische im Thurwasser zu hältern, macht es für den laufenden Betrieb nicht gerade einfach. Das nehmen wir aber gerne in Kauf, da wir überzeugt sind, so widerstandsfähigen und angepassten Nachwuchs zu reproduzieren. Dass sich der Betrieb in dieser Zeit schon gefestigt hat und man von einem wahren Erfolg sprechen kann, zeigt der Laichertragserfolg von jährlich bis zu 790`000 Bachforellen- und 150`000 Äscheneiern, welche der Fischereiverein Thur reproduziert und so einen wichtigen Beitrag mit starken und angepassten Jungfischen für unsere umliegenden Gewässer leistet. Überzeugen Sie sich selbst!

Thurputzätä

Liebe Fischerkameradinnen und Fischerkameraden

Unser Verein organisiert jedes Jahr im Oktober eine „Thurputzätä“.

In einem Jahr reinigen wir die obere Strecke (zwischen Ulisbach und Mühlau) und im darauffolgenden Jahr säubern wir die untere Strecke (zwischen Mühlau und Huserfelsen) unserer schönen Thur.

Es ist immer ein sehr schöner und geselliger Anlass und wir versichern, dass es auch Ihnen gefallen wird!

Wir beginnen mit einem ausgiebigen gemeinsamen Frühstück, teilen die Gruppen ein und fahren dann zu den verschiedenen Strecken. Dort machen wir uns an die Arbeit. Während der Arbeit stehen selbstverständlich Getränke zur Verfügung. Um ca. 14 Uhr gibt es (an einem warmen und gemütlichen Ort) ein feines Mittagessen. Danach kann man gemeinsam mit seinen zum Teil neu gewonnenen Fischerkollegen fachsimpeln. Zum Abschluss erhält jeder Teilnehmende ein schönes Präsent.

Als Dank für die geleistete Arbeit wird die gesamte Verpflegung inklusive aller Getränke durch den FVT offeriert.

An der diesjährigen „Thurputzätä“ haben Sie zusätzlich die Möglichkeit unsere Vereinskleider anzuprobieren und zu bestellen.

Weitere Infos zur Thurputzätä und die Anmeldung dazu erhalten Sie in unserem Mitteilungsblatt vom August 2018.

Bild 1 Thurputzätä
Bild 2 Thurputzätä

Kontakt Fischereiverein Thur

Was immer Sie wissen wollen und auf unserer Webseite nicht gefunden haben, unser Sekretariat wird Ihnen kompetent Auskunft erteilen.
Telefonnummer Sekretariat
+41 71 923 74 59